4.11.2014

Streik! Wen interessiert es?

 

Der Maklerstreik diese Woche fällt aus. Die irrwitzige Idee, dass selbstständige Makler die Arbeit niederlegen sollen, hat nicht genügend Anhänger gefunden.

Der bisher politisch nicht sonderlich in Erscheinung getretene Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI) hatte den versuch unternommen, die Immobilienmakler zum Ausstand aufrufen. So sollen sie gegen das Bestellerprinzip protestieren. Es hätte ohnehin niemand mitbekommen. Wie dem Maklerverband geht es vielen Berufsgruppen in Deutschland. So hatte auch der Verband der Physiotherapeuten seine Mitglieder zum Streik aufgerufen. Die Praxen sollen geschlossen bleiben, die Patienten unbehandelt.

Beide Streiks haben eines gemeinsam: Sie interessieren niemanden und haben somit keine Wirkung.

Wenn ein Makler mal einen Tag nicht arbeitet, werden die Wohnungsinteressenten entweder einen Tag warten oder sich selber weiter auf die Suche machen. Zumeist ist der Wunsch nach einer neuen Wohnung oder einem Haus nicht an einen sofortigen Vollzug gebunden. Anders als bei einer Reise per Bahn oder Flugzeug, die meist täglich oder an einem bestimmten Tag stattfinden muss.

Genauso ergeht es den Krankengymnasten. Ihr Streikaufruf ist gerechtfertigt. Die Arbeitsbedingungen der freien wie angestellten Krankengymnasten sind mieserabel. In den von den Krankenkassen vorgegebenen Zeiten ist eine wirkungsvolle Behandlung nicht möglich. Die Einstiegsgehälter sind niedrig. Fortbildungen so teuer, dass die zusätzlichen Abrechnungssätze diese teilweise erst nach Jahrzehnten rentabel machen.

Krankengymnasten und Praxen können ihr Einkommen auch nicht durch Qualität steigern, sondern nur durch mehr Behandlungen und Selbstausbeutung.

Wenn Ärzte, Piloten oder Lokführer streiken steht alles still und die Politik Gewehr bei Fuß. Oftmals bekommen sie ihre Forderungen durch. Zumindest war das in der Vergangenheit so. Doch es gibt viele Berufsgruppen, bei denen ist ein Streik sinnlos, weil er nicht wahrgenommen wird. Ihnen bleibt nichts übrig als die Verhältnisse hinzunehmen. Für ihre Sorgen und Note interessiert sich keiner.

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